Wildbienenhaus bauen

Die Wildbienen fliegen, wie unsere Honigbiene von Obstbaum zu Obstbaum, von Blüte zu Blüte und so werden viele Pollen gesammelt und unzählige Obstbäume bestäubt.

 

Außerdem sind sie schon früher unterwegs als die Honigbiene und dadurch ist sicher, dass frühblühende Obstsorten, wie zum Beispiel die Aprikosen auch bestäubt werden.

 
Die Wildbiene ist ein friedliches Insekt, das zwar einen Stachel hat, aber wegen ihrer Größe zu "schwach" ist, mit ihrem kleinen Stachel durch unsere Haut zu stechen. So kann sie gefahrlos beobachtet werden, nicht, wie bei der Honigbiene oder Wespe, die auch mal angreifen, wenn man den Nestern zu nahe kommt.
Außerdem sind die Wildbienen sogenannte "Solitärbienen", das heißt, sie leben nicht, wie die Honigbiene in einem Staat, sondern alleine.
Mit einer passenden Nisthilfe, kannst Du bald die wilden Bienchen in Deinem Garten beobachten. Wenn sie ein gemütliches Zuhause finden und genug Blüten und Pollen da sind, dann bleiben sie gern bei Dir im Garten, auf der Terrasse oder am Balkon.
 

Heute kann man ja schon überall fertige Wildbienenhäuser kaufen, aber es geht auch ganz einfach und schnell, selber welche herzustellen. Vorallem sind nicht alle gekauften Wildbienenbehausungen sinnvoll "eingerichtet".

 

Oft ist ja weniger mehr, darum erklär ich hier, wie man ganz einfach ein gemütliches Zuhause für Wildbienen und andere Insekten machen kann.

 

Du nimmst einen Tontopf, machst ihn sauber und befüllst ihn mit Stängeln vom Holunder. Aus diesen Stängeln musst Du vorher das Mark herausbohren, so entsteht ein Loch, in dem die Bienchen dann ihre Brut legen können.

Diese Niströhren sollen ungefähr 15 bis 20 Zentimeter lang sein und einen Loch-Durchmesser von drei bis zwölf Millimetern haben, so finden alle verschiedenen Wildbienenarten (davon gibt es in Bayern ungefähr 500 Arten!!!)

eine passende Niströhre.

Der Tontopf kann auch mit Lehm befüllt werden, in den Löcher unterschiedlicher Größe gebohrt werden. Oder Du machst die Hälfte vom Topf mit Lehm und die andere mit Stängeln voll.

Aufhängen kannst Du den Wildbienen-Topf einfach mit einer Schnur in einem Baum, gern auch geschützt, zum Beispiel unter dem Dach vom Gartenhäuschen.

 

Wenn Du ein größeres Wildbienenhaus bauen möchtest, nimmst Du eine Holzkiste oder baust selber eine aus Brettern zusammen.

Diese kannst Du unterteilen und befüllst Du mit hohlen Stängeln vom Holunder, mit Lehm, mit Totholz und mit altem Laubholz - kein Holz von Nadelbäumen. Den Holzblock bohrst Du am besten von allen Seiten an, dann bekommt er weniger schnell Risse. Auch hier wieder verschiedene Lochgrößen machen. Damit sich die Bienchen nicht verletzen kannst Du die Bohrlöcher noch abschleifen.

 

Steine, Zapfen, Schneckenhäuser und auch Ziegelsteine sieht man gerne in Insektenhotels, die sind aber nicht geeignet.

 

Wenn Du noch für andere Insekten was tun möchtest, kannst Du zum Beispiel einen Tontopf mit Stroh befüllen und kopfüber auf einen Zaunpfosten setzen. Das ist ein wunderbares Zuhause für den Ohrwurm und die Florfliege.

 

Damit die wilden Tierchen immer eine schöne Wohnung haben, ist es gut, wenn Du spätestens alle zwei Jahre die Nisthilfe erneuerst.

 

Viel Spaß beim Handwerkern!

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Kräuter-Zeit